Bio & biodynamischer Wein: Wo liegen die Unterschiede?

Wenn wir nach einem Wein suchen, der nachhaltig hergestellt sein soll, dann kann es passieren, dass man sich in den vielen Optionen verloren fühlt. Sind alle gleich oder, worin bestehen die Unterschiede zwischen ihnen? Wir haben die Antworten.

Das ist Ihnen sicher auch schon passiert. Sie suchen nach einem Wein und verlieren sich irgendwie in den Unterschieden zwischen all den verschiedenen Optionen. Es ist schon schwer, sich im Jargon der Weinstile zurechtzufinden, und dann kommen die Labels… Wenn Sie eine Weinflasche kaufen möchten, die nach nachhaltigen Kriterien produziert wurde, kann es sein, dass Sie sich in der Vielzahl der verfügbaren Optionen ein verlieren. Biologisch, biodynamisch, natürlich, vegan... Es gibt so viele Unterschiede und das kann verwirrend sein. Sind alle gleich? Und wenn nicht, wo liegen die Unterschiede zwischen ihnen?

Wir haben eine kurze Erklärung dieser Begriffe zusammengestellt, die Ihnen hoffentlich bei Ihrer nächsten Weinsuche hilft!

Alba García Laguna

Alba ist unser Content Manager für französisch- und italienischsprachige Regionen. Nach Abschluss ihres Journalismusstudiums und einigen Jahren in verschiedenen Medien- und Kommunikationsabteilungen machte sie ihren Master in Weintourismusinnovation und WSET Level 2, um ihre Weinkenntnisse zu vertiefen.

Biologische Weine

Die biologische Weinproduktion zielt darauf ab, die Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen, und schreibt in diesem Sinne bestimmte Praktiken sowohl im Weinberg als auch im Keller vor. Generell zielen diese auf den verantwortungsvollen Umgang mit Energie und natürlichen Ressourcen ab; sowie auf die Erhaltung der Artenvielfalt, die Berücksichtigung der regionalen Umwelt und deren Gleichgewicht, die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und neben weiteren Zielen auf die Erhaltung der Wasserqualität.

Was den Weinbau betrifft, so verbieten die Bio-Richtlinien in der Regel jegliche synthetischen Düngemittel, Herbizide sowie genetisch veränderte Organismen. Bio-Winzer müssen sich für umweltverträgliche Alternativen entscheiden: Düngung mit Kompost oder tierischem Dung, Fruchtfolge, Anbau von stickstofffixierenden Pflanzen und anderen Gründüngungspflanzen zur Wiederherstellung der Bodenfruchtbarkeit, Schädlingsbekämpfung in Form von Insektenfreunden (Sie können sich nicht vorstellen, wozu Fledermäuse und Marienkäfer fähig sind, wenn es um Schädlinge geht) oder die Anpassung der gepflanzten Rebsorten, indem diejenigen gewählt werden, die besser zu den jeweiligen Terroirs passen (was wiederum weniger Behandlungen erfordert).

Sowohl der biologische als auch der biodynamische Weinbau und die Weinherstellung respektieren die Umwelt, wobei die Biodynamie restriktiver ist und in ihren Ansätzen stärker "zu den Wurzeln" zurückreicht.

Bei den Arbeiten im Keller ist vor allem zu beachten, dass alle Trauben und die Hefen, die bei der Herstellung von Wein verwendet werden, biologisch sein müssen. Daneben ist die maximal zulässigen Menge an Schwefel stärker als bei konventionellen Weinen begrenzt. Es gibt noch weitere Einschränkungen, die sich vor allem auf die Techniken beziehen, die bei der Weinherstellung verwendet werden und nicht verwendet werden dürfen.

Die genaue Definition eines Bio-Weins unterscheidet sich jedoch geringfügig von Land zu Land. Das wichtigste Schweizer Bio-Label ist BioSuisse, das vom Verband der Schweizer Biobauern vergeben wird. Die privatwirtschaftliche Organisation fasst verschiedene Biobauernverbände - darunter Winzer und Produzenten – zusammen, und hat ein spezialisiertes Forschungsinstitut. Unter dem Dach von BioSuisse sind verschiedene Kategorien versammelt.

Jürg Marugg - Weingut im Polnisch

Sie können unsere Bio-Weine hier entdecken:von Weingütern wie der Azienda Agricola Bianchi, dem Bioweingut Roland und Karin Lenz, der Cave Beetschen, der Domaine de la Devinière, Les frères Dutruy, oder der Domaine de Montmollin und noch viele andere.

Biodynamische Weine

Die biodynamische Produktion teilt viele ökologische Produktionsprinzipien (wenn nicht alle) und geht, was die Beschränkungen von Zusatzstoffen und Prozessen angeht, darüber hinaus. Die biodynamische Bewirtschaftung erlaubt zum Beispiel eine geringere Menge an Kupfer als der biologischen Landwirtschaft.

Aber es steckt noch mehr dahinter. Die Biodynamie hat einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem der Betrieb als eine ganze Einheit betrachtet wird, in der viele voneinander abhängige Beziehungen hergestellt werden, um ein gewisses Gleichgewicht zu erhalten. Beispielsweise sind Tiere ein wichtiger Teil einer biodynamischen Bewirtschaftung, da sie helfen, die Felder auf eine bodenschonende Weise zu bearbeiten (mechanisierte Behandlungen üben mehr Druck auf den Boden aus und verringern so die Sauerstoffzufuhr) und sie produzieren Dung, um den Boden zu düngen.

Die biologisch-dynamische Landwirtschaft geht dabei aber über das rein materielle Handeln hinaus. Der Ursprung dieser Praxis liegt in einem spiritueller/esoterischen Ansatz begründet. Rudolf Steiner, der Begründer dieser Ideen, erklärte, dass Energien eine wichtige Rolle in der biodynamischen Landwirtschaft spielen: Alle Aktivitäten (Behandlungen, Pflanzung, Ernte, etc.) werden nach einem Mondkalender geplant, der in Blatt-, Frucht-, Wurzel- und Blütentage unterteilt ist. Die Weinberge werden mit neun spezifischen Präparaten aus natürlichen Elementen behandelt, die oft als "homöopathisch" bezeichnet werden.

Einige biodynamische Winzer halten sich voll und ganz an Steiners Theorien, während andere eher den materiellen Aspekt des Umweltschutzes und die organoleptischen Vorteile, die sie in ihren Weinen sehen, in den Vordergrund stellen, obwohl es bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass biodynamische Weine besser sind als konventionelle Weine. Einige unserer Demeter-zertifizierten Erzeuger sind Casanova Weinpur, ck-Weine, die Domaine de Saint-Sébaste, oder Zündel Azienda Agricola.

Marco Casanova von Casanova Weinpur

Alles in allem können wir den Schluss ziehen, dass sowohl der ökologische als auch der biodynamische Weinbau und die Weinherstellung einen tiefen Respekt vor der Umwelt haben, wobei die Biodynamie etwas restriktiver ist und einen Ansatz verfolgt, der eher Back-to-the-Roots ist.

Wir dürfen aber auch andere Begriffe nicht vergessen, die in diesem Gespräch auftauchen können, wie z. B. das, was man in der Schweiz Integrierte Produktion und in Frankreich Agriculture raisonnée nennt. Dieser Ansatz verpflichtet, so wenig Produkte wie möglich zu verwenden, um die Umwelt zu schonen. Auch der umstrittene Begriff Naturwein, für den es noch keine offizielle Definition gibt (ausser für Frankreich). Es ist hier aber zu erwarten, dass andere Länder bald ihre eigenen Definitionen haben werden.

Wir hoffen, dass diese Erklärung Ihnen geholfen haben, zu verstehen, was sich in der Flasche befindet, und Sie in Zukunft bessere, für Sie geeignetere Weinentscheidungen treffen können!

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