Laure Adam

Domaine Jean Baptiste Adam,  Elsass, Frankreich

20
Hektar
9
Rebsorten
24
Weine
Als engagierte Winzerin, die sich zwischen Tradition und Moderne bewegt, verkörpert Laure Adam die 15. Generation des Familienbetriebs. Qualität, Biodynamik und der Ausdruck des Terroirs sind ihre Leitmotive.

War Wein Ihre Berufung?

Die Begeisterung war immer da, denn es ist vor allem ein Beruf aus Leidenschaft. Durch meine Adern fliesst der Wein. Seit ich ein kleines Mädchen war, bin ich meinen Eltern, vor allem meinem Vater immer in den Weinkeller gefolgt. Schon da interessierte ich mich dafür. Meine Eltern haben mich nie gezwungen diesen Job zu machen. Im Gegenteil, ich hatte wirklich die Wahl. Und als ich begann mich in meinem Studium auf den Weinbau zu konzentrieren wurde mir klar, dass es das war, was ich wirklich machen wollte. Das Wichtigste ist, dass man morgens aufsteht und sich freut zur Arbeit zu gehen. Was ich an diesem Job liebe, ist die Möglichkeit verschiedene Dinge zu tun.

Laure Adam

Laure Adam ist seit ihrer Kindheit mit Wein vertraut und hat zunächst Weinbau und Önologie studiert, bevor sie einen Abschluss in Wein und Handel machte. Dann verliess sie das Elsass und ging nach Bordeaux, um einen Master in internationalem Management und Handel zu machen. Sie reiste nach Italien, England und in die Vereinigten Staaten, um von der Rebe bis zum Vertrieb alles über die Welt des Weins zu erfahren. Dieses Wissen hat sie in den letzten zehn Jahren täglich auf dem Familiengut in die Tat umgesetzt.

Ist bei Ihnen der Wein vor allem eine Familiensache?

Ja, mein Mann ist für die Weinberge zuständig. Jeden Tag bewirtschaftet er mit seinem Team die 20 Hektar Weinberge biodynamisch, was ständige Aufmerksamkeit erfordert. Mein Vater und ich kümmern wir uns um alles andere: die Weinbereitung, den Verkauf, den Export, das Marketing… Als Winzerin versuche ich, von Anfang bis Ende dabei zu sein, von der Weinlese über die Weinbereitung bis zur Vermarktung.

Wie haben Sie Ihre Persönlichkeit in das Weingut eingebracht?

Ich wollte wirklich die traditionelle Seite beibehalten und gleichzeitig etwas Neues beitragen, wie es jede Generation vor mir getan hat. Als ich ankam, fiel mir als erstes auf, dass das Elsass nicht unbedingt junge Leute anzieht. Ich wollte es zugänglicher machen, indem ich neue Jahrgänge kreierte: Weine, die leichter zu verstehen sind. Natürlich habe ich unsere bekannten Cuvées beibehalten, weil sie mir wichtig sind, aber ich habe auch einen Crémant der Spitzenklasse herausgebracht, eine Cuvée, die leicht zu trinken ist. Und anschliessend auch einen Crémant blanc de noirs als Solera, also einen Wein, der mehrere in kleinen Fässern vinifizierte Jahrgänge, vereint.

Für mich entstehen 98 Prozent eines grossartigen Weins im Weinberg. Das Wichtigste ist also, dass die Trauben und die Kelterung von hoher Qualität sind. Hier kommt der moderne Touch ins Spiel. Unsere pneumatischen Pressen verarbeiten den Saft sehr schonend. Im Weinkeller bleiben wir so minimalistisch wie möglich und versuchen, Weine zu erzeugen, die das Terroir am besten widerspiegeln.

Was war die jüngste Herausforderung, der Sie sich im Keller gestellt haben?

Vor kurzem haben wir einen Orange Wine aus Grauburgunder Reben auf den Markt gebracht, den wir 10 Tage lang mazerieren liessen, wodurch er diese besondere Farbe bekommt. Der Wein ist sehr überraschend. Man hat den Eindruck, einen Weisswein mit einer Rotwein-Tanninstruktur zu haben. Angesichts der globalen Erwärmung wollte ich die ausgetretenen Pfade ein wenig verlassen, mich anpassen und einen anderen trockenen Wein herstellen. So entstehen sehr frische, ausgewogene und leicht zu trinkende Weine. Er passt perfekt zu würzigen Speisen, exotischen Gerichten, was untypisch ist.

Für mich entstehen 98 Prozent eines grossartigen Weins im Weinberg.

Ein Wort zu Ihren Terroirs?

Wir haben verschiedene Grands Crus und unterschiedliche Lagen, was es uns ermöglicht, eine breite Palette an Weinen zu produzieren. Es gibt den Lenzberg, ein sehr berühmtes Gebiet mit einem Lehm-Kalk-Boden, der sehr volle, komplexe Weine hervorbringt... der ist so etwas wie mein "Lieblingsterroir". Zudem haben wir 3 Grand Crus. Im Dorf gibt es den Kaefferkopf, der unsere Spezialität ist. Der Wineck-Schlossberg liegt gleich nebenan und ist eine Granitparzelle, die sehr kompliziert zu bearbeiten ist. Sie trägt den Spitznamen "der schwarze Weg", weil sie sehr steil ist. Aber sie bringt Weine mit einer hervorragenden Mineralität hervor. Der Marckrain schafft mit einem sehr schweren Boden aus Lehm und Eisen sehr gehaltvolle Weine.

Das Weingut hat eine sehr lange Geschichte...

Ich bin die 15. Generation von Winzern in der Familie. Das Gebäude ist immer noch dasselbe und der Keller hat sich seit 1614 nicht verändert. Für die Besucher des Weinguts ist es sehr beeindruckend, diesen 400 Jahre alten Keller zu sehen. Wir arbeiten immer noch dort aber wir haben auch einen, etwas weiter entfernten Raum für die Abfüllung, der mit moderneren Geräten ausgestattet ist.

Was ist Ihre Philosophie?

Tradition, Modernität, Qualität. Ich denke, dass die traditionelle Seite wichtig ist, aber man muss auch mit der Zeit gehen. Dafür statten wir unseren Keller modern aus und verfolgen die Entwicklungen in der Weinwelt. Wir haben zum Beispiel unsere hundert Jahre alten Bottiche beibehalten, sie aber mit einem Saftkühlsystem ausgestattet, um die Temperatur zu kontrollieren. Wir verbinden stets Tradition und Moderne. Und Qualität ist wirklich das Schlüsselwort für uns. Wir setzen alles auf die Entwicklung der Terroirs.

Das Weingut ist seit 20 Jahren biodynamisch. Haben Sie eine Entwicklung in Ihren Weinen bemerkt?

Ich hatte in dieser Hinsicht Glück. Als ich auf dem Weingut anging, haben wir bereits biodynamische Landwirtschaft betrieben. Mein Vater hatte diese Entscheidung Ende der 1990er Jahre getroffen. Damit wollten wir versuchen, noch mehr vom Terroir in unseren Weinen zu vermitteln. Der Vorteil daran, dass wir schon lange biodynamisch arbeiten, ist, dass wir bei bestimmten Jahrgängen noch weiter gehen können, während die meisten Weingüter mit und dank der jüngsten Generation gerade erst mit dieser Umstellung beginnen.

Wir haben zehn Jahre lang auf diese Weise gearbeitet, ohne wirklich eine Veränderung in den Weinen zu spüren. Doch nun nach zwanzig Jahren spüren wir eine unvergleichliche Salzigkeit und Frische. Es gibt eindrucksvolle Unterschiede von einer Parzelle zur anderen, obwohl wir im Weinberg auf die gleiche Weise arbeiten. Aber das Terroir kommt in unseren Weinen besser zum Ausdruck.

Was bedeutet dieser Weinbau im Alltag?

Das ist eine Lebensphilosophie und man muss ein Team haben, das sich daran hält und auch gerne so arbeitet. Es bedeutet viel mehr körperliche Handarbeit und wir sind mehr in den Weinbergen. Wir müssen aufmerksamer sein und alle Vorgänge beobachten. Letztendlich kommen wir auf das zurück, was unsere Vorfahren getan haben. Bei der Biodynamik geht es darum, dass sich die Rebe wohlfühlt, damit sie nicht krank wird. Unsere Arbeit ist präventiv und nicht kurativ. Wir helfen der Rebe stark zu sein und Krankheiten zu bekämpfen. Wir verwenden zum Beispiel keine Unkrautvernichter. Alles wird mit einer Spitzhacke oder mit an den Traktor angepassten Werkzeugen gepflügt und ist sehr anstrengende Arbeit. Aber wenn man am Ende die Schwingung spürt, wenn man bei der Degustation den Unterschied schmeckt, dann bereut man nichts.

Domaine Jean Baptiste Adam
Domaine Jean Baptiste Adam

Elsass,Frankreich

Laure Adam

Hektar
20
Hektar
Rebsorten
9
Rebsorten
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24
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