Andrin & Astrid Schifferli

Schifferli Wein,  Bündner Herrschaft, Schweiz

0.5
Hektar
4
Rebsorten
6
Weine

Andrin Schifferli lässt sich nicht aus der Ruhe bringen.

Wie sind Sie zum Weinbau gekommen?

Mit 16, nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, machte ich einen Sprachaufenthalt auf einem Weingut in der Westschweiz, um die französische Sprache zu erlernen. Wein war schon immer ein Thema in unserer Familie. In diesem Sprachaufenthalt hat es mir jedoch den Ärmel reingezogen. Eine weitere, sehr prägende Zeit war das Praktikum auf dem Weingut Leitz in Rüdesheim während meiner Studienzeit, wo ich mit der Vinifikation und der Stilistik des Rheinrieslings vertraut gemacht wurde. Diese Rheinriesling-Geschichte habe ich bis heute in mein Herz geschlossen.

Andrin Schifferli

Andrin Schifferli ist gelernter Winzer. Nach dem Önologie-Studium arbeitete er auf verschiedenen Weingütern und war anschließend fast 10 Jahre in der Ausbildung tätig. Heute betreibt er mit Astrid Schifferli ein eigenes Weingut im Nebenerwerb und arbeitet gleichzeitig noch 4 Tage pro Woche als Kellermeister auf dem Weingut von Jürg Obrecht im Nachbarsdorf Jenins.

Was bereitet Ihnen an Ihrer Arbeit als Winzer am meisten Spaß?

Draußen Reben zu schneiden und Reben zu hacken! Das ist zwar sehr anstrengend, aber es macht mir eben auch Spaß. Im Herbst ist es sicherlich die Schnittstelle vom Rebberg in den Keller hinein, welche einem viel Freude bereitet. Genauer gesagt, die Trauben zu verarbeiten und zu Saft zu machen und schließlich daraus den Wein zu produzieren. Den persönlichen Kontakt zu unseren Kunden schätze ich auch sehr.

Spezielle und prägende Erlebnisse in den Reben?

Das Frostereignis von 2017 ging mir durch Mark und Bein. Als ich den Rebberg hinauflief, habe ich nur noch drei grüne Rebstöcke gefunden. Das war ein bleibendes negatives Erlebnis. Zu sehen, dass die Reben wieder grün werden, war ebenfalls prägend und stimmte mich zuversichtlich. Extrem geblieben ist mir auch die Tatsache, dass die alten Reben mit moderaten Zuckerwerten mehr Inhaltsstoffe bieten und viel reifere Trauben besitzen. Was ich von der Theorie her kannte, haben mir die alten Reben in der Completerhalde bestätigt. Heute pflegen wir Rebstöcke, welche 1962 gepflanzt wurden.

Das Winzerpaar Andrin und Astrid Schifferli in ihrem Weinberg

Hatten Sie in schwierigen Zeiten, wie während des Frosts, auch Zweifel?

Es gibt schon Momente, in denen man sich fragt: „Was tue ich mir hier an, musste das denn wirklich sein?“ Anstatt bereits um 5 Uhr morgens im Rebberg zu stehen und zu mähen, könnte ich auch einfach Herbizide holen. Zudem könnte ich zu 100% auswärts arbeiten und hätte am Ende wahrscheinlich mehr Geld im Portemonnaie. Man erreicht damit jedoch nicht diese Freiheit und diese Qualität, die das Leben ausmachen. Einen Tag in der Woche mit meiner Frau unser Weinprojekt betreiben zu können, ist mehr wert, als am Schluss ein bisschen mehr Geld auf dem Konto zu haben.

Astrid Schifferli

Astrid Schifferli studierte Architektur und Denkmalpflege. Während eines beruflichen Aufenthaltes am Weinfest in Maienfeld lernte sie Andrin Schifferli kennen. Heute arbeitet sie vollumfänglich im Weinbau, stellt den Rückhalt der Familie dar, und hält Andrin Schifferli so den Rücken für seine Arbeit frei.

Was macht für Sie einen guten Wein aus?

Es ist sicher die Aromatik, die einen ansprechen muss. Aber im Gaumen sollte ein Wein Spannung erzeugen und Tiefe, Länge und Frische aufweisen können. Ein Wein muss Ecken und Kanten haben.

Wie findet man die richtige Weinsorte für das eigene Weingut?

Wir orientieren uns sehr an der Tradition. Zum einen ist der Pinot Noir hier im Bündnerland sehr stark verbreitet und stellt die Hauptsorte dar. Es gibt hier eben die klimatisch idealen Voraussetzungen dafür. Zudem müssen auch die passenden Lagen vorhanden sein. Des Weiteren ist der Name Completerhalde ein Flurname, der geradezu von uns verlangt, hier Completer anzupflanzen. Der Completer ist eine traditionelle und autochthone Traubensorte, von der es weltweit nur 5 bis 6 Hektaren gibt und welche fast nur im Bündnerland vorzufinden ist.

Was ist Ihnen bei der Rotweinproduktion besonders wichtig?

Wir führen, wenn immer möglich, Spontangärungen ohne Hefe durch und achten auf lange Kontaktzeiten. Die Stiele werden dabei mitvergärt, je nach Jahr mehr oder weniger. Außerdem gären wir nur in ganz kleinen Gebinden, sodass wir mit maximal einer Tonne in die Gärung reingehen, denn das ist von der thermischen Entwicklung her perfekt. Anschließend machen wir nichts mehr, außer den Wein ins Fass zu füllen. Den biologischen Säureabbau, wiederum spontan durchgeführt, versuchen wir im Frühling zu machen, was in der modernen Weinbereitung eher atypisch ist. Jeder Rotwein geht bei uns ins Holz. Meist werden gebrauchte Fässer benutzt, Neuholz kommt nur sehr selten zum Einsatz.

Weshalb werden vor allem gebrauchte Fässer benutzt?

Wir wollen, dass das Holz die Frucht und die Mineralität des Weines unterstützt. Es soll jedoch nicht eine dominante Komponente sein. Der Wein soll Wein bleiben und die Lage zeigen.

Die Erlebnisse und Eindrücke, die ich beim Weintrinken gewinne, muss ich teilen können.

Bei den Weißweinen?

Bei den Weißweinen finden ausschließlich Spontangärungen statt. Möglichst viele machen wir mit Ganztraubenpressung, um die Frische, Säurestruktur und Lebendigkeit zu erhalten. In der Regel gären wir sehr klar. Eine Weißweingärung dauert bei uns bis zu 6 oder 8 Wochen. Wir hatten auch schon Weißweine, welche erst im Frühling des Folgejahres fertig vergoren waren. Wir lassen dem Wein die Zeit, die er braucht. Wir begleiten die Weine, wir funken jedoch nicht einfach dazwischen. Zwar beobachten wir den Wein immer, wollen ihn aber nicht in eine Richtung zwingen. Das käme nicht gut.

Welches ist Ihr Lieblingswein?

Rheinriesling und Chardonnay gehören sicherlich zu meinen Lieblingssorten. Ich trinke zwischendurch aber auch unglaublich gerne einen schönen Riesling-Silvaner. Auch der letzte Completer, den ich getrunken habe, war etwas vom Größten, das ich je hatte. Grundsätzlich sind es schon Riesling und Chardonnay im Weißweinbereich. Sonst bin ich ein absoluter Pinot Noir Trinker.

Zu welchen Gelegenheiten trinken Sie am liebsten Wein?

Wenn Geselligkeit vorhanden ist und zum Essen. Fast wichtiger ist für mich die Geselligkeit. Alleine Wein zu trinken, finde ich sehr langweilig. Die Erlebnisse und Eindrücke, die ich beim Weintrinken gewinne, muss ich teilen können.

Der Winzer Andrin Schifferli

Wie würden Sie das Klima in Malans beschreiben?

Wir haben ein sehr gemäßigtes Klima. Der Boden enthält sehr viele Steine und verursacht dadurch eine vorteilhafte Trockenheit, da der Regen sehr schnell versickert. Unser Klima ist außerdem durch kühle Nächte und heiße Tage gekennzeichnet, was sehr fruchtbetonte Weine hervorbringt.

Welche Höhepunkte und Auszeichnungen gab es bisher?

Als ich noch in Schaffhausen war, habe ich einen Pinot Noir gekeltert, der am allerersten Grand Prix du Vin Suisse den 4. Platz erreichte. 2016, gleich zu Beginn unseres Weinprojekts, wurden wir mit unserem Pinot Noir und mit unserem Riesling-Silvaner an der Falstaff Degustation mit 92 Punkten sehr hoch bewertet.

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